Vom Hörsaal in die Herstellung

33 Pharmaziestudenten der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck zu Gast bei ihrem Dozenten Prof. Dr. Michael A. Popp in Neumarkt.

Eine praxisnahe Prüfungsvorbereitung erhielten 33 Pharmaziestudenten der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck am Montag (5. Februar) in Neumarkt: Ihr Dozent, Prof. Dr. Michael A. Popp, hatte sie in sein Unternehmen in die Oberpfalz eingeladen. Der Inhaber und Vorstandsvorsitzende der Bionorica SE hielt eine Vorlesung zum Thema Zulassungsverfahren für pflanzliche Arzneimittel und präsentierte eine erstaunliche Zahl.

„Der Universalgelehrte Leonardo da Vinci oder der Arzt Galenos von Pergamon leiteten wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Natur ab. Das machen wir auch“, so Prof. Popp. „Und damit sind wir nicht allein – mehr als zwei von drei komplett neu entwickelten pharmazeutischen Wirkstoffen sind heute Naturprodukte oder solchen nachempfunden. Die Natur kommt also zurück“, ergänzt Prof. Popp, der bereits seit 1999 als Dozent für Analytische Phytochemie und Pharmazeutische Biologie am Institut für Pharmazie der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck tätig ist, an der er selbst promoviert hatte. Da pflanzliche Arzneimittel „Allopathika“ seien, also der Schulmedizin zugeordnet werden, gelten für Phytopharmaka die gleichen hohen Anforderungen hinsichtlich Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit wie für chemisch-synthetische Medikamente.

Vom Campus ins Unternehmen: Exkursion zu Bionorica

Neben der Vorlesung von Prof. Popp standen zwei Vorträge zur pharmakologischen und klinischen Forschung, eine Laborbesichtigung sowie der Produktionsrundgang auf dem Programm. Die Innsbrucker Studenten sahen in der Herstellung große Tanks, in denen durch die Verfahrenstechniken Mazeration und Perkolation Pflanzenwirkstoffe für elf Bionorica-Arzneimittel extrahiert werden. Verarbeitet werden hier etwa Ampferkraut, Enzianwurzel oder Eisenkraut. Diese Arzneipflanzen sind in Sinupret eXtract – in Österreich Sinupret intens – enthalten. Für Staunen sorgte auch, dass Bionorica über die letzten fünf Jahre mehr als 100 Millionen Euro in die Unternehmenszentrale in Neumarkt investiert und somit eine der modernsten und nachhaltigsten Produktionsstätten für pflanzliche Arzneimittel weltweit geschaffen hat.